Die 3 Jungfrauen von Auw

Die Legende erzählt: Der Frankenkönig Dagobert führte ein wüstes Leben und war noch im alten Heidentum befangen. Seine drei Schwestern (oder Töchter) Irmina, Adele und Chlothilde hatten sich dagegen zum Christentum bekehrt und lebten fromm in einem Kloster. Doch der König wollte sie an seinem Hof haben. Als gutes Zureden nicht half, schickte er Soldaten. Diese sollten die drei jungen Frauen mit Gewalt entführen und an seinen Hof bringen. Rechtzeitig konnten die drei Jungfrauen fliehen. Als Lasttier nahmen Sie einen Esel mit. Die Soldaten verfolgten sie. Schließlich kamen die Frauen mit ihrem Esel an die Kyll. Nirgendwo gab es eine Brücke oder einen Steg. Die Verfolger im Rücken, beteten die Jungfrauen zur Muttergottes. Diese gab ihnen den Rat, sie sollten sich alle drei auf den Esel setzen. Von dem Felsenvorsprung hoch über setzte dieser zu einem gewaltigen Sprung an und brachte die drei unverletzt ans andere Ufer. Die ihnen nachsetzenden Truppen stürzten in die Kyll und ertranken.

Zum Dank für die wunderbare Rettung bauten die drei Jungfrauen im Tal eine Marienkapelle. So entstand der Wallfahrtsort Auw. Auf der alten Darstellung der drei Jungfrauen in der Kirche hat die mittlere Jungfrau die Augen verbunden, aus Angst vor dem Sprung in die Tiefe. In Auw wird Maria besonders bei Augenleiden verehrt. Das Kreuz am Bahnübergang bezeichnet die Stelle, an der die 3 Jungfrauen glücklich "gelandet" sein sollen. Das Kreuz stand ursprünglich am Ufer der Kyll. Als 1870 die Eisenbahn gebaut wurde, bekam es einen neuen Standort.


Auf dem Felsvorsprung im Hang auf der anderen Kyllseite steht das „Eselskreuz“. Es bezeichnet die Stelle, von der aus der Esel den Wundersprung tat. Auf der Rückseite des Kreuzes liest man folgende Inschrift:


HIE SEIN ZU SEHEN UNTERMALEN
SO HINTERLIS DAZUMAL
DA DER HEILIGEN JUNGFRAUEN DREI
WURDEN VERFOLGT HIR VORBEI
DER ESEL DARAUF SIE SASEN
WOLLT SIE DOCH NICHT VERLASSEN
UND IHR LEBEN ZU GEWINNEN
GLEICH ÜBER DIE KYLL TUT SPRINGEN
ANS UFER SIE SETZET GANZ UNVERLETZET