Gemeinde Auw an der Kyll - Geschichte

Aus der Chronik des Ortes Auw an der Kyll

Auw an der Kyll ist ein kleines Dorf in der Südeifel. Es liegt im schönen Kylltal und wird von Wald und roten Sandsteinfelsen umrahmt.

In einer aus dem 12. Jahrhundert stammenden Urkunde der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin in Trier begegnen wir zum ersten Mal dem Ortsnamen Auw in der mittelhochdeutschen Form "Ouve".


Die Siedlung Auw verdankt ihren Namen also ihrer Lage in den "Auen" in einem Wiesengrund des unteren Kylltales, das sich gerade an dieser Stelle durch die Mündung des Schalbaches etwas erweitert und damit Raum gibt für eine Besiedlung. Aber Auw dürfte älter sein als diese Urkunde. Es ist sehr wahrscheinlich, daß das reiche Frauenkloster Oeren - St. Irminen hier zuerst einen Klosterhof oder eine Mühle errichtet hat. Die Kirche in Auw ist nämlich der Mutter Gottes geweiht. Da nun die mittelalterlichen Marienkirchen unseres Raumes gewöhnlich vom Kloster Oeren aus, das als Klosterpatronen die Gottesmutter verehrte, gegründet wurden, kann man dies auch für Auw annehmen.

Im Herzen des Ortes Auw steht die ehrwürdige Mutter-Gottes-Kirche. Sie stammt aus dem Jahre 1742. Die erste Pfarrkirche in Auw wird 1330 erwähnt. Sie war die Mutterkirche fr die Maximiner Besitzungen Auw, Hosten und Wellkyll. Preist kam erst 1688 endgültig zur Pfarrei Auw.

Der Zahl der Häuser und Einwohner nach war der Ort sehr unbedeutend. 1473 zählte man in Auw vier Haushalte. Während der wirren Zeit des Dreißigjährigen Krieges muß der Bevölkerungsschwund verheerend gewesen sein. 1636 lebte in Auw nur mehr eine Familie und 20 Jahre später war Auw wahrscheinlich durch eine Pestepidemie völlig ausgestorben. Im Jahre 1664 betrug die Zahl der erwachsenen Einwohner der ganzen Pfarrei Auw nur mehr zwölf.

Politisch hatte Auw wie der Großteil des heutigen Kreises Bitburg durch Jahrhunderte hindurch zum Herzogtum Luxemburg gehört. Mit dem Einmarsch der französischen Revolutionsheere war das Schicksal der alten Ordnung besiegelt. Die luxemburgische Unterherrschaft Scharfbillig, umfassend die Dörfer Auw, Preist und Hosten, die sich in den 1790er Jahren in den Händen der Grafen von Kesselstatt befand, wurde aufgelöst. Bis 1814 gehörten die Auwer Bürger zur französischen Republik. Das alte Luxemburger Territorium östlich von Sauer und Our kam 1815 an Preußen. Es entstand der Kreis Bitburg. Auw war zu Anfang der preußischen Verwaltung sogar Sitz eines Amtsbürgermeisters. Es blieb weiter Pfarrort.

Auw hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg kraftvoll entwickelt. Über 40 Prozent der Häuser stammen aus der Nachkriegszeit. Die Einwohnerzahl beträgt heute ca. 180. Nach dem Kriege wurde trotz der geringen finanziellen Mitteln der Gemeinde Beachtliches geleistet: Neubau der Wasserleitung, Erweiterung des Friedhofs, Ausbau von Ortsstraßen und Brücken und nicht zuletzt die Verschönerung des Ortsbildes im Rahmen der Aktion "Unser Dorf soll schöner werden!". ... Durch die Anlage eines Sportplatzes, durch die Gestaltung des Dorfmittelpunktes im Schatten der Wallfahrtskirche mit dem Bildstock einer Schutzmantelmadonna und dem südlich anmutenden Sandsteinbrunnen, der an die einst in Auw blühende Sandsteinindustrie erinnert, wurde Vorbildliches geschaffen. Seit der Schließung der örtlichen Schule dient das Schulgebäude als Gemeindehaus, dessen Erweiterungsbau 1985 fertiggestellt wurde.